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Long-COVID und Apherese

Nierenzentrum SüdharzAktuelles

Zahlreiche Patienten, die von einer COVID Infektion genesen sind, leiden unter dem sogenannten Post- COVID Syndrom (bis 3 Monate nach Genesung), bestehen die Symptome weiter, spricht man vom Long-COVID Syndrom. Ein einheitliches Krankheitsbild Long-COVID gibt es bislang nicht. Zu den häufigsten gesundheitlichen Langzeitfolgen von COVID-19 zählen Müdigkeit, Erschöpfung und eingeschränkte Belastbarkeit (Fatigue), Kurzatmigkeit, Konzentrations- und Gedächtnisprobleme, Muskelschwäche- und -schmerzen.
Die Ursache dieser Erkrankung ist wissenschaftlich bislang nicht ausreichend erklärbar. Bestimmte Hypothesen legen nahe, dass hierbei Störungen der Mikrozirkulation, also des Blutkreislaufs in den Geweben, eine Rolle spielen. Eine Therapie ist bislang nicht bekannt. Es gibt einige Fallberichte in der Tagespresse, dass Apheresebehandlungen beim Post- oder Long-COVID Syndrom zu einer Besserung dieses Zustandes führen können. Wissenschaftiche Untersuchungen sind bisher nicht publiziert. Strukturierte Untersuchungen über die Wirksamkeit gibt es bislang nicht, insbesondere nicht über den Langzeitverlauf. Auch können Plazeboeffekte nicht ausgeschlossen werden.
Derzeit sprechen die Fachgesellschaften daher keine Empfehlung für die Behandlung aus.
In Ermangelung anderweitiger Therapiemöglichkeiten kann jedoch bei sehr schweren Verläufen ein Therapieversuch mit Apherese erwogen werden. Rechtlich entspricht die sehr kosten- und personalintensive Behandlung einem individuellen Heilversuch, den die Krankenkassen NICHT bezahlen. Persönlicher Austausch mit nephrologischen Kollegen, die bereits Patienten mit schwersten Post- oder Long-COVID Beschwerden erfolgreich behandelt haben, hat uns dazu bewogen, diese Behandlung ebenfalls anzubieten. In Frage kommen leider nur Patienten mit sehr schweren Symptomen, die bereit sind die Kosten für die Behandlung zu tragen. Fachärztliche Voruntersuchungen müssen bereits erfolgt sein (Lungenarzt, Herz-Ultraschall, ggf. Neurologe oder COVID-Sprechstunde). Optimal wäre ein relativ kurzer Zeitabstand nach Genesung bis maximal 12 Monate. Falls Sie denken, dass für Sie die Behandlung in Frage kommen könnten, können Sie telefonisch oder per E-Mail c/o Dr. Marx mit uns Kontakt aufnehmen. Die Teilnahme an einer Studie ist mittelfristig geplant.